Berlins digitale Theatervision, der Impuls des Kulturstaatssekretärs Tim Renner in der Diskussion

Bereits zum dritten Mal diskutieren an diesem Wochenende beim Kongress Theater und Netz in Berlin Journalisten, Blogger, Theatermacher und -enthusiasten in Workshops und Panels darüber, wie die vorwiegend noch analoge Bühnenkunst für das Internet fit gemacht werden kann. Also wie kommt nun das Theater ins Netz? Die Frage lässt sich so einfach und erschöpfend nicht beantworten, stehen dabei doch immer auch rein künstlerisch ästhetische Aspekte neben wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen, die es alle zu beachten gilt.

Seit einiger Zeit hat der Berliner Senat nicht nur einen neuen Bürgermeister und Kultursenator, sondern auch einen neuen Staatssekretär für Kultur. Tim Renner, Quereinsteiger aus der Musikbranche, hat sich da einiges vorgenommen, was man durchaus als eine kleine Revolution in der Berliner Theaterlandschaft bezeichnen könnte. Neben der heiß diskutierten Umbesetzung der Volksbühnenintendanz, will Renner auch Impulse im digitalen Bereich setzen. Bereits zum Beginn seiner Amtszeit machte er sich für das sogenannte Livestreaming von Theateraufführungen im Netz stark. Ein weiterer Punkt neben dem schon vielerorts praktizierten Twittern aus der Vorstellung heraus.

Frage: Bringt der Einbruch der digitalen Welt in die analoge des Theaters den Machern oder den Zuschauern neben dem „Yes, we can!“ auch noch andere nennenswerte Vorteile? Ersetzt der Livestream das Live-Theatererlebnis vor Ort, oder soll er nur den Appetit auf den eigentlichen Besuch einer Theateraufführung anregen? Wie könnten speziell für das Internet erzeugte Theaterformate aussehen? Vereinzelt gibt es diese ja auch schon. Der allseits bekannte Theaterberserker Herbert Fritsch ist mit seinem Internet-Projekt X-Hamlet Vorreiter für eine nachstrebende Genration von Netzkünstlern, wie sie nun nach Vorstellung von Tim Renner an der neuen Volksbühne ab 2017 etabliert werden sollen.

Dazu stellt sich der Kulturstaatssekretär in einer Podiumsdiskussion heute um 16:30 Uhr den Fragen einer Runde von Theatermachern und Journalisten. Ein Schlagabtausch mit Pro und Kontra oder nur eine Grundsatzdiskussion um das Wie? Wir wollen dieses Thema jedenfalls kritisch begleiten.

Stefan Bock

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